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Die Nachfolgeperson steht fest und die Übergabe beginnt

Nach der Auswahl beginnt die eigentliche Übergabe. Ein klarer Plan regelt Rollen, Wissen, Beziehungen, Kommunikation und den Rückzug der bisherigen Führung.
Zielgruppe

Abgebende und übernehmende Führung, Aufsichtsgremien und Übergabeteams

Einordnung

Grundlage 5 von 5

Die Auswahlentscheidung löst die Übergabe nicht

Wenn die passende Nachfolgeperson gefunden ist, fällt häufig viel Anspannung ab. Die Organisation hat eine Lösung, beide Seiten haben sich grundsätzlich verständigt und das Umfeld wartet auf eine Mitteilung. Gerade jetzt besteht die Gefahr, zu schnell in den Alltag überzugehen.

Die neue Führung kann ihre Verantwortung nur ausfüllen, wenn Befugnisse, Wissen, Beziehungen und Erwartungen tatsächlich übergehen. Dafür braucht es einen verbindlichen Plan. Er beschreibt nicht nur Termine, sondern auch die Veränderung von Rollen.

Das gemeinsame Übergabeziel

Zu Beginn sollten abgebende und übernehmende Führung ihr Verständnis des Erfolgs abgleichen. Was soll nach sechs oder zwölf Monaten erreicht sein? Woran erkennt das Team, dass die neue Führung handlungsfähig ist? Welche Themen muss die bisherige Führung abgeschlossen haben?

Ein hilfreiches Zielbild lautet beispielsweise: Die neue Geschäftsführung trifft alle operativen Entscheidungen eigenständig, führt die Beziehungen zu den fünf wichtigsten Partnern direkt, berichtet selbst an das Aufsichtsgremium und verfügt über vollständigen Zugang zu den wesentlichen Finanz- und Prozessinformationen. Die bisherige Führung hat keine operative Rolle mehr und steht für klar definierte Rückfragen befristet zur Verfügung.

Je konkreter das Zielbild ist, desto leichter lassen sich die notwendigen Schritte planen.

Rollen für die Übergangszeit

In einer Überlappungsphase sind drei Fragen schriftlich zu beantworten:

  1. Wer entscheidet in welchem Themenfeld?
  2. Wer kommuniziert die Entscheidung gegenüber Team und Partnern?
  3. Wann wechselt die Verantwortung endgültig?

Besonders sensibel sind Personal, Budgets, strategische Kooperationen, öffentliche Kommunikation und der Umgang mit Krisen. Wenn beide Führungspersonen gleichzeitig zuständig sind, entsteht keine zusätzliche Sicherheit. Das Team muss dann entscheiden, welcher Aussage es folgt.

Eine klare Regel kann vorsehen, dass die neue Führung ab einem bestimmten Datum entscheidet, während die bisherige Führung nur noch Hintergrundwissen liefert. Bei wenigen genau benannten Entscheidungen kann für eine befristete Zeit eine gemeinsame Zustimmung vorgesehen werden.

Wissen in Arbeitszusammenhängen übertragen

Wissenstransfer gelingt besser entlang realer Aufgaben als durch eine unsortierte Sammlung von Dokumenten. Die Beteiligten sollten zunächst die wichtigsten Wissensfelder bestimmen:

  • Finanzierung und Liquidität
  • Personal und arbeitsorganisatorische Besonderheiten
  • Verträge, Förderbedingungen und Fristen
  • Leistungsprozesse und Qualitätsanforderungen
  • Stakeholder und Schlüsselbeziehungen
  • laufende Konflikte, Risiken und sensible Vorgeschichten

Für jedes Feld werden Dokumente, Gesprächspartner und offene Entscheidungen erfasst. Gemeinsame Termine oder Fallbesprechungen helfen der neuen Führung, nicht nur Fakten, sondern auch Zusammenhänge zu verstehen.

Beziehungen schrittweise übergeben

Wichtige Partner sollten die Nachfolgeperson nicht erst in einer Rundmail kennenlernen. Bei zentralen Beziehungen empfiehlt sich ein dreistufiges Vorgehen. Zunächst erklärt die bisherige Führung den Übergang persönlich. Danach findet mindestens ein gemeinsames Gespräch statt. Anschließend übernimmt die neue Führung die Beziehung und führt den nächsten Termin allein.

Die Botschaft sollte deutlich machen, dass die neue Führung ein eigenes Mandat erhält. Wer sie nur als Begleitung der bisherigen Leitung vorstellt, schwächt ihre Position bereits beim Start.

Kommunikation nach Zielgruppen planen

Nicht alle Stakeholder brauchen dieselbe Information zum selben Zeitpunkt. Das Übergabeteam sollte Zielgruppen, Botschaften, Absender und Termine festlegen. Mitarbeitende benötigen Klarheit über Zuständigkeiten und Zusammenarbeit. Aufsichtsgremien interessieren sich zusätzlich für Kontrolle und Risiken. Förderpartner und Kostenträger wollen wissen, ob Verträge und Leistungen verlässlich fortgeführt werden.

Vertraulichkeit bleibt wichtig, darf aber nicht zu einem Informationsvakuum führen. Wenn Gerüchte entstehen, sinkt das Vertrauen. Ein abgestimmter Kommunikationsplan verhindert widersprüchliche Aussagen.

Der Rückzug der bisherigen Führung

Der schwierigste Teil der Übergabe ist oft nicht das Erklären, sondern das Loslassen. Eine erfahrene Führungsperson erkennt Risiken schneller und verfügt über eingespielte Kontakte. Aus guter Absicht greift sie deshalb leicht wieder ein. Für die neue Führung entsteht dadurch eine unklare Autorität.

Eine künftige Rolle als Beirat, Mentorin oder Berater kann sinnvoll sein. Sie braucht aber einen klaren Auftrag, feste Kommunikationswege und ein Enddatum oder einen geregelten Überprüfungstermin. Direkte operative Anweisungen an Mitarbeitende sollten ausgeschlossen sein.

Auch die neue Führung trägt Verantwortung. Sie sollte Fragen bündeln, Entscheidungen sichtbar übernehmen und nicht bei jeder Unsicherheit die frühere Leitung zurückholen. Vertrauen wächst, wenn beide Seiten die vereinbarte Rollenverteilung einhalten.

Ein Übergabeplan mit überprüfbaren Ergebnissen

Der Plan sollte für jedes Arbeitspaket fünf Angaben enthalten:

  • gewünschtes Ergebnis
  • verantwortliche Person
  • beteiligte Personen
  • Termin
  • Nachweis des Abschlusses

Beim Thema Bankbeziehung kann der Nachweis beispielsweise sein, dass Vollmachten angepasst, Ansprechpartner informiert und der nächste Finanzierungstermin von der neuen Geschäftsführung geführt wurden. Beim Thema Personal kann die vollständige Übergabe der Führungsgespräche als Ergebnis dienen.

Stabilisierung nach der formalen Übergabe

Nach der offiziellen Übergabe sollten feste Reflexionstermine folgen. Nach etwa sechs Wochen geht es vor allem um akute Lücken und Rollenfragen. Nach drei bis sechs Monaten können Zusammenarbeit, wirtschaftliche Entwicklung und Stakeholderreaktionen bewertet werden. Nach einem Jahr lässt sich prüfen, welche Übergabestrukturen beendet werden können.

Diese Gespräche sind kein Misstrauensvotum gegen die neue Führung. Sie ermöglichen Korrekturen, bevor sich provisorische Lösungen verfestigen.

Nächster sinnvoller Schritt

Gemeinsamen Übergabeplan vorbereiten

Wir ordnen Ihre konkrete Ausgangslage gemeinsam ein und klären, welche nächsten Schritte für Ihre Organisation tragfähig sind.

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